Schwimmen

Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen

Texte für JSA – Gold –

Bei Rettungseinsätzen setzt der Retter häufig sein Leben und seine Gesundheit auf´s Spiel. Zur Verminderung der Risiken sollten Rettungshilfsmittel – entsprechend der Situation – vom Ufer, Boot oder Steg aus eingesetzt werden, um so die Eigengefährdung und den direkten Kontakt mit dem Verunglückten zu vermeiden.


Einsatz von Rettungshilfsmitteln bei Badeunfällen

Handhabung von Rettungsring und –ball

Rettungsringe werden oft an Brücken, Schleusen, Strandbädern oder Badeanstalten ausgehängt. Die Handhabung entspricht der des Rettungsballes.
Rettungsball
Der Ball ist an einer Rettungsleine (ca. 25-30m) befestigt.

Der Rettungsring/Rettungsball wird so geworfen, dass er etwas über den Verunglückten hinausfliegt und durch Ziehen an der Leine zu ihm geleitet werden kann. Wind und Strömung beachten! Bei Strömung muss der Rettungsring/Rettungsball auf den Verunglückten zutreiben bzw. zu ihm hin gezogen werden.


Bootsrettung

Ist es z.B. möglich, mit einem Ruderboot an den Verunglückten heran zu fahren, sollte man mit dem Heck auf den Verunglückten zufahren, damit er über das Heck in das Boot gezogen werden kann. Der Bug muss während der Rettung gegen die Strömung gerichtet werden.

Bei größeren Booten, insbesondere Motorbooten, erfolgt eine Hilfeleistung durch seitliches Übernehmen des Verunglückten. Ist der Bootsführer allein im Boot, darf er das Boot nicht verlassen. Sind mehrere Helfer an Bord, kann in besonderen Fällen ein Helfer außenbords arbeiten.


Eisrettung

Gewässer im Winter

Kaum sind Seen und Teiche zugefroren, werden sie ohne Rücksicht auf die Eisdicke zum Anziehungspunkt für für Kinder und Jugendliche. Schlittschuhlaufen, Eisstockschießen und Eishockey erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Zahlreiche Eiseinbrüche – häufig mit tödlichem Ausgang – beweisen, wie trügerisch das Eis ist und wie unbesonnen sich Menschen manchmal verhalten.

Das Eis kann aufgrund verschiedener Einflüsse,

  • in flachen Gewässern durch die unterschiedliche Bodentemperatur,
  • in fließenden Gewässern durch die unterschiedlichen Strömungsverhältnisse,
  • über schlammigem Grund durch den Einfluss von Gasbläschen, die eine gefährlich poröse Eisdecke verursachen,
  • bei Industriegewässern durch die Zuführ warmer Abwässer

recht unterschiedliche Festigkeiten – und damit Gefahren – aufweisen.

Selbstrettung

Verdächtiges Knistern und Knacken muss jeden veranlassen, sich sofort langsam flach auf die Eisdecke zu legen und vorsichtig in Bauchlage das Ufer zu erreichen. Bei allen Unfällen auf dem Eis gilt auch hier die wichtige Regel: Auf unsicherer Eisdecke muss man versuchen, vorsichtig das Körpergewicht auf eine möglichst große Fläche zu verteilen. Man lege sich daher auf Bauch oder Rücken.

Wer durch die Eisdecke gebrochen ist, muss versuchen, sich in Bauch- oder Rückenlage auf die feste Eisschicht zu schieben.

Dabei wird meistens die Eiskante weiter abbrechen, deshalb muss die Bewegung in Richtung zum Ufer erfolgen. Jede zusätzliche Bewegung ist zu vermeiden, um die gegen die Kälte isolierende Luftschicht in der Kleidung und zwischen ihr und dem Körper zu erhalten. Sollte es bei diesen Versuchen möglich sein, auch die gegenünberliegende Eiskante zu erreichen, so ist Gelegenheit, sich dort mit den Füßen abzudrücken. Ist es gelungen, sich ans Ufer zu retten, so muss unverzüglich der nächste beheizbare Raum aufgesucht werden, um sich aufzuwärmen und die Kleider zu trocknen.

Fremdrettung

Ohne besondere Hilfsmittel soll man sich nicht bis zur Einbruchstelle vorarbeiten, da an ihr am ehesten weitere Abbrüche erfolgen. Man sichere den Retter durch weitere Helfer und Sicherungsleinen. Man beeile sich trotz aller Vorsicht; denn der Verunglückte ist sehr schnell so weit ausgekühlt und unterkühlt, dass er nicht mehr mithelfen kann oder bewusstlos wird.

Stehen keine Hilfsmittel zur Verfügung, dann muss der Retter versuchen, durch Zurechen von Kleidung, Ästen oder Ähnlichem die Entfernung zwischen seiner sicheren Bauchlage auf der Eisdecke und der Einbruchstelle zu überbrücken. Sind weitere Helfer zur Stelle, müssen diese den Retter am besten durch Festhalten an den Beinen sichern. Sie bilden ebenfalls in Bauchlage mit dem Retter eine lebende Kette.

Maßnahmen nach der Bergung

Der Verunglückte muss nach der Rettung so rasch wie möglich von der feuchten Kleidung befreit werden.

 


Verhalten bei Krämpfen

Wadenkrampf

Rückenlage einnehmen, mit der Hand die Zehen des verkrampften Beines kräftig zum Schienbein ziehen, dabei gleichzeitig mit der anderen Hand auf die Kniescheibe drücken; den verkrampften Muskel möglichst dehnen.

Oberschenkelkrampf

Rückenlage einnehmen, Unterschenkel kräftig gegen Oberschenkel und Gesäß drücken.

Magenkrampf

In Rückenlage beide Beine an den Körper zur Hockstellung ziehen, danach sich ruckartig wieder strecken.

Fingerkrampf

Finger zusammenkrallen, danach ruckartig strecken und spreizen.